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Restaurant-Tipp: Kulinarischer Kurzurlaub im „Hungarikum“ Regensburg

Foto: Hungarikum

Typisch für Regensburg sind die vielen urigen, oft in uralten Gewölben untergebrachten Restaurants und Kneipen. Nicht selten fragt man sich nach Betreten des Gebäudes, ob man hier wirklich richtig ist oder lieber wieder umdrehen soll. Und dann geht man in den Hinterhof, oder wie im Falle des „Hungarikums“ in den Keller, und plötzlich befindet man sich in heimeligem Wohlfühl-Ambiente inmitten dicker Gemäuer. Oder in einem urigen Hunnenlager.

Hunnenraum im "Hungarikum". Foto: Hungarikum

Hunnenraum im „Hungarikum“. Foto: Hungarikum

Das „Hungarikum“ ist ein im Oktober 2013 eröffnetes, ungarisches Restaurant im östlichen Stadtkern Regensburgs. Wer den Keller betritt, trifft direkt auf die Theke und muss sich dann entscheiden: Links herum geht’s in den Hauptraum, rechts herum in den Hunnenraum.

Die Theke im Eingangsbereich. Foto: Hungarikum

Die Theke im Eingangsbereich. Foto: Hungarikum

Ich könnte nicht sagen, welcher Raum mir besser gefällt. Im Hauptraum wird direkt unter dem rohen, dicken Gewölbe gespeist. Der Raum ist liebevoll dekoriert, durch einen runden Durchgang getrennt und im indirekten, gemütlichen Lichtschein gibt es viele Details zu entdecken.

Der Hauptraum. Foto: Hungarikum

Der Hauptraum. Foto: Hungarikum

Foto: Hungarikum

Foto: Hungarikum

Letzteres gilt auch für den Hunnenraum: Hier zieren weiche Felle, alte Speere und Waffen, grobe Decken und Massivholzmöbel den Raum. Man kommt herein und vermutlich entlässt jeder Gast, der zum ersten Mal da ist, ein „Oooooh“ oder „Wooooow“. Bei unserer Runde jedenfalls war es so.

Hungarikum-Regensburg-Restaurant-Hunnenraum3

Foto: Hungarikum

Ich habe selten in einem Restaurant gegessen, das schon beim Reinkommen eine solche Gemütlichkeit ausstrahlt. Im Grunde muss man mindestens zwei Mal ins „Hungarikum“, allein schon wegen der zwei Räume.

Hungarikum-Regensburg-Restaurant-Licht

Unter ungarischem Essen konnte ich mir im Vorfeld gar nicht so viel vorstellen. „Irgendwas mit Gulasch und Paprika und Suppe“, hatte ich wohl im Kopf. Die Speisekarte des „Hungarikums“ ist nicht nur ebenso liebevoll gestaltet wie die Räume, sondern lässt auch inhaltlich erahnen, dass man hier gut aufgehoben ist.

Hungarikum-Regensburg-Restaurant-Speisekarte

Kein schönes Foto, aber eine schöne Speisekarte. ;)

Und das Essen bestätigt das. Übrigens: Das „Hungarikum“ ist das einzige ungarische Restaurant in Regensburg – ein nicht ganz unwichtiges Detail, handelt es sich doch um eine Stadt, in der ein stetiger Inhaberwechsel zur Gastronomie dazu gehört.

Die Auswahl meines Essens ist mir bei dem Angebot in der Speisekarte echt schwer gefallen. Entschieden habe ich mich für:

  • eine vorzügliche ungarische Gulaschsuppe (über dem Feuer gekocht, mit hausgemachten ungarischen Spätzle, Zwiebeln, Kartoffeln, Karotten, Petersilienwurzel und Sellerie)
  • ein super-leckeres und auf den Punkt gebratenes Steak nach Budapester Art (Beefsteak mit Ragout aus Letscho – Schmorgericht mit Paprika und Speck – Champignons, Erbsen, Gänseleber und Petersilienkartoffeln)
  • verzaubernde Somlauer Nockerl (Biskuitteig mit Vanillepudding, Walnüssen, Sahne Rum und Schokosoße)

Alles würde ich ohne Zögern weiterempfehlen. Mir haben besonders die Suppe, das Fleisch und der Nachtisch so gut geschmeckt wie selten zuvor. Auch die anderen drei Esser waren positiv überrascht und hatten nichts zu beanstanden. Die Fischsuppe zum Beispiel hat es gleich zwei Leuten angetan, ebenso wie der Palatschinken zum Nachtisch.

Vegetarische Platte. Foto: Hungarikum

Nicht getestet: Vegetarische Platte. Foto: Hungarikum

Die Portionen waren riesig, für mich gar nicht zu schaffen. Gelohnt haben sich die drei Gänge trotzdem. Nach dem Essen gab es noch ein paar Schnäpse, in der Hoffnung, dass unsere Bäuche uns das vorangegangene Gelage verzeihen mögen.

Neben dem Essen hat mir noch etwas am „Hungarikum“ wirklich gut gefallen: Im Restaurant „menschelt“ es sympathisch. Wenn es die Zeit erlaubt, wie bei uns an einem Wochentag, bleibt Roland (Mitarbeiter und Lebensgefährte von Inhaberin Kerstin Hoster) gerne mal auf einen Plausch bei den Gästen. Dann erzählt er auch nach rund 30 Jahren in Regensburg noch gerne von seiner Heimat Ungarn, seinen hunnischen Vorfahren, von seiner Großmutter oder präsentiert stolz seinen handgefertigten Hunnenhelm. Auch zu den einzelnen Dekorationsstücken hat er Geschichten parat, hat er sie doch selbst nach Regensburg gebracht. Und selbstverständlich weiß er auch über das Essen und die Getränke danach bestens Bescheid.

Ich drücke die Daumen, dass es das „Hungarikum“ dauerhaft schafft in Regensburg!

☸ Tipp 1: Immer donnerstags ab 17.30 Uhr gibt’s im „Hungarikum“ für 8 Euro Làngos all you can eat. Làngos sind gebackene Hefeteig-Fladen mit deftigem Belag, zum Beispiel Sauerrahm, Speck und Käse. Ich glaube, auch dafür muss ich nochmal wiederkommen. Probiert habe ich sie noch nicht.

Tipp 2: Die Gerichte sind nicht, wie man vielleicht meinen mag, alle scharf, sondern so gewürzt, das für jeden Geschmack etwas dabei ist. Und es gibt auch vegetarische Gerichte sowie Platten für 2 Personen.

Tipp 3: Die Speisekarte, Veranstaltungstermine und weitere Infos gibt es auf der Website des „Hungarikums“ sowie auf der dazugehörigen Facebook-Seite. Weitere Bewertungen sind zum Beispiel bei speisekarte.de zu finden.

Ich bedanke mich bei „Hungarikum“-Inhaberin Kerstin Hoster für die freundliche und unkomplizierte Reaktion auf meine Fragen und das Bereitstellen der Fotos. :)

7 Kommentare

  1. Schöner Bericht, hört sich sehr verlockend an. Und ein ungarisches Restaurant ist ja auch mal eine sehr selten Richtung (meistens sind das ja Balkanrestaurants mit einer eher unnkoordinierten kulinarischen Reise durch die Balkanländer..).

    Was Deinen Tipp3 angeht: Die Bewertungen auf speisekarte.de würde ich eher nicht unbedingt für bare Münze nehmen, denn die scheinen nicht zwingend von wirklichen Gästen zu stammen. Das Bewertungsprofil ist mehr als auffällig (ein Großteil der Bewertunge innerhalb eines kurzen Zeitraums (Okt 2013) und die ganzen 5-Sterne Bewertungen von Mitgliedern mit nur einer einzigen Kritik). Nachtigall, ick hör Dir trapsen.. :-)

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    • Das ist tatsächlich auffällig, da hast du Recht. Mag aber auch daran liegen, dass die Posts im Eröffnungsmonat entstanden sind. Vielleicht. ;)
      Generell ist ja Vorsicht geboten bei der Frage, wie viel Glauben man solchen Bewertungen schenkt. Ich habe aber auch z.B. in einer Facebook-Gruppe zu Restaurantkritiken in Regensburg nur Positives über das Hungarikum gelesen, bis auf dass es am Eröffnungstag selbst chaotisch zugegangen sein soll. Die Bewertungen dort sind leider nicht öffentlich und somit nicht sinnvoll verlinkbar.

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      • Ja, an der Qualität des Restaurants zweifel ich auch nicht – dafür sind die Fotos und Dein Bericht zu verlockend ;-) Nur bei den ganzen Bewertungsseiten (Yelp [frühre Qype], restaurant-kritik, speisekarte etc.) gibt es einfach zu viele Fakebewertungen, so dass ich da einfach nur zu einer gewissen Skepsis rate.

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        • Hi Alex, ja auch wir haben uns ein wenig über die tollen Bewertungen bei speisekarte.de gewundert aber auch sehr gefreut. Ich kann dir aber versichern dass keine der Bewertungen „gefaked“ ist. Aber am besten ist einfach ihr macht euch selbst ein Bild davon :) Euer Team Hungarikum

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          • Wenn ich das nächste Mal in Regenburg bin, immer gerne. Wie oben schon geschrieben, ich zweifel nicht an Eurer Qualität, nur das Bewertungsprofil ist ziemlich auffällig.

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