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Dugi Otok, Kroatien: Schnorcheln, Tauchen und Inselfeeling (#itbroadtrip2014)

Ich war noch nie in Kroatien. Und mir war nicht bewusst, was ich für ein schönes Land verpasst habe – bis vor wenigen Wochen im Juni. Da ich meine Stelle gewechselt habe, musste ich recht kurzfristig meinen Jahresurlaub nehmen, mietete mir ein kleines Wohnmobil und fuhr spontan und ohne große Planung über einen Zwischenstopp am Grünen See in Österreich bis ans Meer in Kroatien. Ich liebe Roadtrips, ich reise gerne solo, ich vergöttere das Meer, ich hatte bedingt durch meine Selbstständigkeit über drei Jahre lang keinen Urlaub – es fühlte sich perfekt an!

Mein Abenteuermobil für den Roadtrip

Mein Abenteuermobil für den Roadtrip – ein toller Reisegefährte! :)

Irgendwo auf meinem Weg gen Süden habe ich mich entschieden, mir die Insel Dugi Oktok – „lange Insel“ – anzusehen. Die kroatische Küste hat hunderte, wenn nicht tausende kleiner und größerer Inseln zu bieten und sieht stellenweise beinahe so aus, als wäre man in der Südsee angekommen. Fährt man mit dem Boot durch diese Inselwelt, kommt sie einem vor wie ein riesiges Labyrinth aus Wasserstraßen.

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Dugi Otok – die „Lange Insel“ Kroatiens

Dugi Otok gehört zu den weniger bekannten Inseln in der Adria. Die meisten Touristen zieht es nach Pag, Rab, Krk oder Kres. Dugi Otok liegt recht weit draußen im Meer, am Rande des Kornati Nationalparks, der über wie unter Wasser wunderschön ist. Die Überfährt mit der Fähre dauert pro Weg 1,5 Stunden und kostet 45 Euro – ebenfalls pro Weg. Das macht den Inselbesuch vergleichsweise „kompliziert“ und teuer. Dadurch ist Dugi Otok allerdings auch weniger touristisch erschlossen und hat bis heute einen alternativen, sehr natürlichen und ruhigen Touch behalten.

☸ Tipp: Dugi Otok ist die richtige Insel für Naturliebhaber und Camper, die Ruhe und Bodenständigkeit suchen.

Auf Dugi Otok erholen sich viele Einheimische vom Alltag und es gibt nur einen oder zwei Campingplätze. Die Dörfer auf Dugi Otok haben teilweise weniger als 100 Einwohner, meist ältere Kroaten, die einen sehr bodenständigen, bescheidenen Lebensstil pflegen. Insgesamt leben keine 2000 Menschen auf der rund 45 Kilometer langen, aber nur fünf Kilometer breiten Insel. Und: Es gibt keine natürlichen Süßwasser-Quellen. Das Wasser wird mit dem Schiff auf die Insel geliefert.

Zadar: trubeliges Tor zur Inselwelt

Rauf auf die Insel kommt man mit einer der kroatienweit bekannten Jadrolinija-Fähren, die in Zadar starten. Diese eigentlich schnuckelige Stadt mit einer sehenswerten kleinen Altstadt ist das Tor zu vielen der Inseln und daher recht überlaufen. In Hafennähe ist es so schwer, einen Parkplatz zu finden, dass ich die Abfahrt der Fähre verpasst habe und sechs Stunden auf die nächste warten musste.

☸ Tipp: Es lohnt sich, mindestens zwei Stunden vor Abfahrt der Fähre dort anzukommen, in der Hauptsaison sogar noch eher.

☸ Tipp: Nicht den Mark in Zadar verpassen! Hier bieten die Bauern der Region den berühmten Käse, Gemüse, Obst, Brot und Kräuter an und es wird natürlich gehandelt. Da die Einkaufsmöglichkeiten auf Dugi Otok sehr beschränkt sind (Geschäfte, Waren und Öffnungszeiten), sollte man sich als Camper in Zadar noch mit Lebensmitteln eindecken.

Parkplatzhölle Zadar Hafen

Parkplatzhölle Zadar Hafen

Die Wartezeit lässt sich in Zadar angenehm mit einem Bummel durch die Altstadt und dem Ausblick aufs Meer vertreiben.

Zadar-Fischerboot Zadar-Kirche Zadar-Turm

Dennoch war ich froh, dem Trubel und den Verkaufsständen mit allerlei Plastik-Tand und getrocknetem Meeresgetier zu entkommen und am Abend mit der Fähre dem Sonnenuntergang entgegen Richtung Dugi Otok zu schippern. Ein tolles Gefühl! Ich glaube, erst hier hat bei mir das volle Urlaubs-Feeling eingesetzt! :)

Campingplatz „Kargita“ auf Dugi Otok

Auf Dugi Otok gibt es erst seit 2013 einen richtigen Campingplatz. Vorher war das Campen nur illegal möglich, wurde allerdings bei gutem Benehmen auch nicht großartig geahndet. Man hatte ja kaum eine andere Wahl! Der Campingplatz „Kargita“ liegt an der nördlichsten Spitze der Insel, direkt am Leuchtturm. Um dorthin zu gelangen, biegt man von der Hauptstraße ab und muss vier Kilometer über eine recht enge Straße durch den Busch! Ich mag sowas. Mit einem größeren Wohnmobil könnte der Weg allerdings nervig sein und für Kratzer sorgen, insbesondere, wenn man regelmäßig hin- und her fährt. Auch auf Gegenverkehr muss man hier höllisch aufpassen.

Der Campingplatz hat saubere, moderne Sanitäranlagen, Zugang zu einem Felsenstrand und zum Leuchtturm, eine angeschlossene Bar, freundliches und hilfsbereites Personal und ein alternatives Flair. Lediglich der Fernseher störte zur Fußball-WM, wenn man in seiner Nähe campen musste. Aber für sowas gibt’s ja Ohropax. ;)

Felsenstrand mit Campingplatz-Zugang in der Bildmitte

Leuchtturm Dugi Otok

Der Leuchtturm direkt am Campingplatz

Ausblick vom Campingplatz-Strand

Felsenstrand, direkt am Campingplatz „Kargita“

Dugi Otok über und unter Wasser

Tauchen kann man an derzeit fünf Tauchbasen auf Dugi Otok. Ich war in Božava bei einer kleinen, familiär geführten deutschen Tauchbasis direkt in der Dorfmitte. Božava hat nur rund 90 Einwohner, die mir sehr aufgeschlossen vorkamen. Außerdem kann man hier an der betonierten, winzigen Hafenpromenade gut essen gehen. Ich habe das mit einer kleinen Gruppe von Tauchern mehr als ausgiebig getan und genossen!

Das Tauchen auf Dugi Otok hat vor allem landschaftlich großartige Tauchplätze zu bieten. Kroatien ist bekannt für seine Steilwände und die gibt es hier auch. Ich war nie ein großer Steilwand-Fan, doch hier bin ich einer geworden! Insgesamt leidet die kroatische Unterwasserwelt allerdings unter Überfischung. Ich kenne das Mittelmeer von der spanischen Costa Brava – kein Vergleich zur Adria, in der man über Schwärme von Mönchsfischen froh ist, aber oft vergeblich nach Muränen, Oktopussen, Conger-Aalen oder Langusten sucht. Von Zackenbarschen ganz zu schweigen. Dennoch: Landschaftlich ist das Tauchen hier toll und abwechslungsreich. (Mehr dazu in einem weiteren Beitrag demnächst.)

Und natürlich eignet sich Dugi Otok auch zum Schnorcheln. Allerdings muss man den geeigneten Platz unter Umständen suchen, denn die Küste ist steil, die Straßen liegen oft einige hundert Meter über dem Meeresspiegel. Nicht überall kommt man so einfach runter ans Meer, vor allem ohne Ortskenntnisse.

Direkt am Campingplatz „Kargita“ gibt es einen kleinen Felsenstrand, der sich zum Schnorcheln anbietet. Wer also dort campt, muss nicht lange suchen:

☸ Tipp: Stellen, an denen Autos am Rand der Hauptstraße parken, bieten Zugang zum Strand. Spätnachmittags sieht man hier die Badenden zurückkommen. Sicherer ist das Baden an der östlichen Inselküste, wo das Meer oft wesentlich ruhiger ist als im Westen und auch der Wind weniger weht.

☸ Tipp:  Im Süden der Insel liegt der Naturpark Telašćica. Hier sind ebenfalls winzige Badebuchten, Bootsanleger und obendrein steile Klippen mit Wahnsinns-Aussicht zu finden. Ein Besuch lohnt sich!

Reise Know How Kroatien☸ Reiseführer-Tipp:: Wer mit dem Wohnmobil nach Kroatien fährt, ist mit dem Wohnmobil-Tourguide Kroatien – Küste und Inseln: Die schönsten Routen.* gut beraten. Er listet Campingplätze, interessante Routen, Sehenswürdigkeiten, Märkte und beinhaltet viele Karten und Webadressen. War mir eine verlässliche Orientierungshilfe!

☸ Warst Du auch schon einmal auf Dugi Otok? Gefällt Dir dieser Beitrag? Dann freue ich mich, wenn Du das mit Klick auf einen der Buttons unten ausdrückst oder einen Kommentar hinterlässt. Danke! :) 

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6 Kommentare

  1. Hi,

    schöner Bericht von wahrscheinlich noch schönerem Urlaub.
    Überlege mit meiner Familie (dabei 11,10 Jahre alte Kinder) mit WoWa Urlaub auf Dugi Otok im Sommer 2015 zu verbringen.
    Kenne Kroatien als Kind aus den 80zigern, hat sich doch sehr verändert. Vielleicht ist die Insel noch etwas „original“ so wie ich es in Erinnerung habe.

    Antworten

  2. 1978 war ich mit meiner Familie das 2. mal und leider auch das letzte mal auf Urlaub auf Dugi Otok. In der Nähe vom Salzsee Mir war damals ein Campingplatz der Fa. Iskra. Wir durften dort auch campen da mein Mann auch zeitweise für diese Fa. gearbeitet hat. Wahrscheinlich gibt es den nicht mehr. Für meine Kinder und auch für meinenMannund mich war es dort super der reinste Abenteuerurlaub.

    Antworten

    • Hallo! Danke für den Kommentar. Seitdem hat sich sicher viel getan auf der Insel. Ich fand sie immernoch recht ursprünglich, weiß aber nicht, ob das wohl noch zu vergleichen ist. Soviel ich weiß, gibt es dort erst seit Kurzem wieder Campingplätze.

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  3. Hallo Sonja, Kroatien schmücken 1.244 kleinere und größere Inseln, somit waren Sie mit Ihrer Schätzung, dass es um die Tausend sind, sehr nahe dran! J Das nächste Jahr planen wir dugi Otok zu erkunden und werden einige Ihrer Tipps annehmen! Danke dafür! :)

    Mit freundlichen Grüßen,

    Darian

    Antworten

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